Ein Wochenende in Sachsen-Anhalt
Am 6. September 2026 wurde in Sachsen-Anhalt gewählt. Die AfD ist mit rund 44 % Prozent die stärkste Kraft geworden.
Als „Uni gegen Rechts“ haben wir uns vor Monaten entschlossen, unseren Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt beizustehen. Im Mai 2026 waren wir bereits zu Besuch bei einem Treffen der AG „Entgegentreten“ an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Im August veröffentlichten wir den Aufruf für einen Hochschulblock bei der großen Demonstration von „Sachsen-Anhalt weltoffen“ in Magdeburg am 5. September 2026. Der Aufruf wurde von zahlreichen Gewerkschaftsgruppen an Hochschulen unterzeichnet.
Sachsen-Anhalt weltoffen
Viele von uns verbrachten das Wahlwochenende vom 5./6. September 2026 in Sachsen-Anhalt. Wir organisierten einen Bus, fuhren am Samstag mit über 35 Kolleg*innen und Mitstreiter*innen von Jena nach Magdeburg und nahmen an den Aktionen des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Sachsen-Anhalt weltoffen“ teil. Zwischen 10.000 und 15.000 Menschen gingen auf die Straße und setzten ein starkes Zeichen gegen die AfD und für Demokratie sowie eine starke Zivilgesellschaft.
Wir fanden uns auf der Demonstration, die vom Bahnhof zum Domplatz zog, in einem Hochschulblock zusammen. Rund 200 Kolleg*innen von Hochschulen aus Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern schlossen sich unserem Block an. Darunter waren Gewerkschaftsgruppen von Hochschulen, Verbände wie Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft (hist4dem) sowie die Kampagne „Wissenschaft gegen Faschismus“. Mit unserem Frontbanner, auf dem die Aufschrift „Hochschulen verteidigen“ prangte, und unseren Postern schafften wir es in viele Presseberichte.
„Wir halten zusammen“ an der Burg Giebichenstein

Die AG Entgegentreten an der Burg Giebichenstein organisierte für den Wahltag eine Veranstaltung. Sie luden die gesamte Hochschulgemeinschaft und Freund*innen von anderen Kunsthochschulen in den Neuwerk-Campus ein. Dort gab es eine Austauschrunde unter dem Motto „Kunsthochschulen gegen Faschismus“, Reden von Initiativen und viel Austausch. Dutzende von Professor*innen, Beschäftigten und Studierenden beteiligten sich. Auch die Hochschulleitung war vor Ort.
Als kleine Abordnung von „Uni gegen Rechts“ fuhren wir nach Halle, nahmen an der Veranstaltung teil und konnten dort eine Rede halten. Wir erklärten, dass wir als Beschäftigte den politischen Streik als starkes Protestmittel erlernen müssen, um in den anstehenden Auseinandersetzungen etwas bewirken zu können. Wir drückten außerdem unsere Solidarität mit den Kolleg*innen und Studierenden an der Burg Giebichenstein aus.
Weitere Demos und Aktionen
In Halle gab es am Vorabend der Wahl eine große Antifa-Demonstration, an der 2.400 Menschen teilnahmen. Sie machten deutlich, dass es nun die Aufgabe von Antifaschist*innen sei, in Sachsen-Anhalt zu bleiben, die Fahne hochzuhalten und für das, was uns lieb und wichtig ist, einzustehen und zu kämpfen. Auf der Demonstration hielten auch das in seiner Existenz bedrohte Radio Corax und der Flüchtlingsrat Reden.
Am Wahlabend begann am Steintor eine Platzbesetzung, die über mehrere Tage gehalten werden soll. Hunderte von Menschen kamen dort zusammen, aßen, tranken, sprachen, diskutierten, sangen, lernten sich kennen. Wir konnten die Platzbesetzung vor unserer Rückreise besuchen und empfanden sie als sehr bewegend.
Zurück in Jena
Wir werden in engem Kontakt mit unseren Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt bleiben. Sie können sich unserer Solidarität und praktischen Unterstützung sicher sein. Außerdem werden wir in den nächsten Tagen ein betriebliches Flugblatt an der Universität Jena verteilen.