Solidarität mit niedergestochenem Antifaschisten und Gewerkschafter in Stuttgart
Am 24. April 2026 stachen zwei Neonazis in Stuttgart-Nord einen Arbeiter und Gewerkschafter der FAU Stuttgart nieder. Die zwei jungen Angreifer (19 und 21 Jahre alt) sprachen den Kollegen „ausdrücklich als angebliches Mitglied der Antifa“ an und rammten ein Teppichmesser „bewusst und gewollt in die Brust des Opfers“. Er wurde durch den Messerangriff lebensgefährlich verletzt und „überlebte nur knapp“. Die FAU Stuttgart und das Stuttgarter Aktionsbündnis gegen Rechts rufen deswegen für den 18. Juli 2026 zu einer Demonstration in Stuttgart auf. Als „Uni gegen Rechts“, eine Initiative der Betriebsgruppen von ver.di, GEW und FAU an der Universität Jena, solidarisieren wir uns mit dem Kollegen, schicken ihm viel Kraft und Mut und wünschen unseren Kolleg*innen und Mitstreiter*innen in Stuttgart eine gute Demonstration!
Der mörderische Messerangriff auf unseren Gewerkschaftsfreund stimmt uns besorgt, da es nicht der einzige seiner Art in den letzten zwei Jahren ist. Neonazis verletzten im April 2024 zwei Antifaschisten in Berlin-Pankow und im Juni 2026 einen Antifaschisten in Göttingen mit Messern. In beiden Fällen rammten sie den Opfern das Messer in die Brust. In beiden Fällen schwebten die Angegriffenen in Lebensgefahr. Neonazis haben bereits jetzt keine Skrupel, uns zu ermorden.
Das sollte uns in Jena nicht wundern. Bei den Angriffen von Neonazis in Jena wurden Anfang der 1990er Jahre mindestens drei Antifaschist:innen fast getötet. 1998 tauchte das Kerntrio des NSU in Jena ab; in den 2000er Jahren ermordete der NSU zehn Menschen, vor allem Migrant*innen. 2024 lief am Oberlandesgericht Jena der Strafprozess gegen die militante Neonazi-Gruppe „Knockout 51“ aus Eisenach, die mindestens einen Angriff mit möglicher Todesfolge gegen Linke in Erfurt geplant hatte.
Nun drohen uns die ersten möglichen Regierungsbildungen der AfD, beginnend ab September in Sachsen-Anhalt. Unter diesen Regierungen werden sich die gewalttätigen Neonazis sehr wahrscheinlich noch mehr ermutigt fühlen, uns anzugreifen. Es ist ebenfalls zu befürchten, dass sich auch das Maß an Straffreiheit erhöhen wird, das sie nach solchen Angriffen zu erwarten haben.
Der Angriff auf unseren Gewerkschaftsfreund in Stuttgart zeigt, dass es für uns Antifaschist*innen und Gewerkschafter*innen auch um unser Leben gehen kann. Umso dringlicher müssen wir uns nun in unseren Betrieben organisieren und die Solidarität mit unseren Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt stärken.
Uni gegen Rechts Jena, Juli 2026